FC Hürth — SpVg Wesseling-Urfeld 0:1 (0:0)

Ins Risiko wollte im Derby der Fußball-Mittelrheinliga vor nahezu 300 Zuschauern niemand gehen. An erster Stelle stand die Stabilität im Salus Park. Das lähmte das Spiel und ließ nur vereinzelte Torraumszenen zu. Während die Platzherren bemüht waren, strukturell aufzubauen, was deutlich zu Lasten des Tempos ging, versuchten die Gäste, frühzeitig zu stören, und wirkten dadurch anfangs klar spritziger. Verbissen wurden von beiden die Zweikämpfe geführt, keiner wollte sich in der Beziehung eine Blöße geben. Zwei Standards hätten für Gefahr sorgen können, wurden jedoch zu schlecht ausgeführt.

Einen Aufreger gab es dann doch noch. Nils Elenz kombinierte sich toll über die rechte Seite in den Hürther Strafraum, strauchelte, passte dennoch quer, wobei es zu einem Handkontakt mit einem Abwehrspieler kam. Der aufmerksame Schiedsrichter Niklas Dardenne war auf Ballhöhe und ließ die Aktion ungeahndet weiterlaufen.

Die Fußballkunst kam auch in der zweiten Halbzeit zu kurz. Das Heitmann-Team versuchte oftmals, mit langen Bällen die Gästeabwehr auszuhebeln, was allerdings überhaupt nicht gelang. Wie nah Freud und Leid zusammenliegen, zeigt die Situation, die zum Siegtreffer führte, als Quinito Proenca mit seinem Gegenspieler zum Kopfball hochstieg. Der Ball fand trotz eines Rettungsversuchs auf der Linie den Weg ins Tor, und Proenca musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung raus und ins Krankenhaus.

Logisch, dass sich Gästecoach Jupp Farkas nach der Verletzung nicht wirklich freuen konnte: „Das war schon ein Schock für uns. Im Spiel hatten wir alles im Griff. Wir haben die langen Bälle gut verteidigt und nichts zugelassen. Leider waren unsere Konter dann zu schlecht.” Überglücklich über den ersten Dreier war Teammanager Ralf Beier: „Für beide stand viel auf dem Spiel. Uns hat heute einfach einmal das Glück beiseite gestanden. Es war unsere erstmalige Führung, die wir ins Ziel gebracht haben. Alle haben das Derby angenommen und die Vorgaben des Trainers umgesetzt. Irgendwann musste der Knoten platzen.”

Zurückhaltend und ein wenig erschrocken äußerte sich der 1. Vorsitzende des FC Hürth, Karl Zylajew: „Obwohl Wesseling nicht wirklich überzeugte, haben wir keine Mittel gefunden und nichts Zwingendes herausgespielt. Nach hinten heraus besaßen Yousef Kestha und Basti Golz noch Chancen zum Ausgleich.” Für seinen Fußballlehrer Oliver Heitmann war es letztlich ein offenes Spiel, indem beide wenig Chancen kreierten. Es war intensiv und von hoher Laufbereitschaft geprägt. Eine Unentschieden wäre somit gerechter gewesen: „Spielerische Ansätze waren da. Wir müssen nun Woche für Woche stabiler und stärker werden.”

Leave a Reply