Wesseling-Urfeld – FC Hürth (So, 15.15Uhr)

Einer der Saisonhöhepunkte in der Fußball-Mittelrheinliga ist zweifellos das Derby im Ulrike-Meyfarth-Stadion zwischen der gastgebenden SpVg Wesseling-Urfeld und dem FC Hürth. Wie kann man den Reiz dieses Spiels zwischen den Teams zweier südlicher Kommunen im Kreis beschreiben? Für Jupp Farkas, den Trainer der Spielvereinigung, ist es „ein ganz spezieller Tag“ für alle diejenigen, die sich total mit ihrem eigenen Klub identifizieren: „Das wissen natürlich auch die Spieler, was sie nochmals besonders anstachelt.“

Farkas’ Hürther Kollege Oliver Heitmann sieht an erster Stelle die persönliche Rivalität der Spieler: „Die Jungs untereinander kennen sich gut und haben schon einige Schlachten miteinander geschlagen.“ Aber wie sind diese jeweiligen Rivalitäten entstanden? Und was machen Sie mit den Spielern? Muss man sie vor einem solchen Spiel überhaupt noch motivieren?

Für Farkas ist es mehr als nur Rivalität: „Rivalität ist das falsche Wort. Eins ist aber doch klar: Da kommt eine Mannschaft, die vieles hat, nur kaum Fans. Wir kommen da als Gemeinschaft, Fans und Mannschaft, mit weniger guten Einzelspielern. Jeder von uns will zeigen, dass eine Gemeinschaft Berge versetzen kann, daher ist Aggressivität das bessere Wort als Rivalität. Für meine Spieler sind die Derbys Geschenke. Da will jeder mitwirken, da es leider nur eins gibt. Da darf der FC Hürth auch mal vor einer schöne Kulisse spielen.“

Für Heitmann ist es besonders wichtig, die Emotionen in den Griff zu bekommen: „Die Spieler sind heiß und wollen natürlich gewinnen. Motivation brauchen wir nicht zusätzlich, aber wir müssen schon etwas Emotionen rausnehmen, um unser Spiel konzentriert anzugehen.“

Die Statistik spricht eindeutig für einen Erfolg des Tabellensechsten FC Hürth. Nicht zuletzt wegen der großen individuellen Qualität. „Fehlt die dann aus welchen Gründen auch immer, hilft halt manchmal schon ein Standard,“ ist sich Farkas als Coach des Siebten, der nur einen Punkt weniger aufweist als der Hürther Konkurrent, sicher. Die eigene Abschlussschwäche macht ihn nachdenklich: „Gegen Hürth wollen wir liefern und dem Gegner dabei aber nicht ins offene Messer rennen.“ Die Urfelder haben keine Ausfälle zu beklagen und haben in dieser Saison stark aufgeholt.

„Sie sind sehr schwer zu spielen, und gerade in Heimspielen extrem gut. Sie sind immer intensiv in der Abwehrarbeit, äußerst schnell im Umschaltspiel und stark im gegnerischen Strafraum. Wir müssen ruhig spielen und die Geduld haben, auf unsere Chance warten und dann zuschlagen,“ analysiert Heitmann.